Zuerst willst du es noch nicht wahrnehmen, das Neue, dass sich anstellt. Das Vertraute spielt dieses Lebensmuster, das du gut kennst, dass dir einen sicheren Rahmen gibt. Es fühlt sich gut an, das ist Halt.

Oft zu Lichtmess macht sich dann der Same bemerkbar, der schon im Winter in dir geschlummert hat. Etwas Neues klopft aus deiner Seelenlandschaft an. Das sind unruhige Zeiten. Die Unruhe packt mich dann, die Ungeduld, was ist da los? Ich fühle mich unrund an. Wozu soll das gerade gut sein? Schon wieder eine Veränderung?! Ich bin verärgert.
Dann kommt die Gewissheit, da wartet etwas auf mich. Mein Gefühl sagt, so kannst du nicht weitermachen. Mehrmals habe ich es schon aufgeschoben, nur Beratung zu machen und die Myoreflex den jüngeren Kolleginnen zu überlassen.
Von diesem Neuen – bei mir die Lebens- und Sozialberatung – weiß ich, dass ich es gut kann, oft geübt habe. Es ist eine Arbeit, die mir Freude macht, die vertraut ist. Doch da ist auch ein Abschied von dieser großartigen Methode „Myo“, wie wir sie unter Kollegen nennen.
Sich vertraut machen heißt, das Vertrauen gewinnen, dass es gut wird. Dann muss ich mich nicht mehr wehren, mich ärgern, weil mir das ständig Neuwerden manchmal gegen den Strich geht. Heute weiß ich um dieses Prozedere.
Heute kann ich dann sogar im Laufe des Prozesses neugierig werden, dem Samen eine Chance geben, sich zu entwickeln. Zu wissen, da wartet etwas auf mich, wenn ich mich Schritt um Schritt darauf einlasse. Wieder ein Stück wachsen, dem Leben eine neue Richtung geben.
Diese neue Idee, wartet darauf sich zu entfalten. Entfalten ist für mich ein herrliches Wort. Es birgt Vorfreude auf etwas Überraschendes, ein Blühen, ein sich Öffnen damit der Seelenkern sich zeigen kann.
Wenn sich eine Klientin in der Beratung „entfaltet“, wenn sie einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung geht, dann beherbergt das eine Schönheit, die sich im Gesicht dieser Frau bemerkbar macht. Da ist eine Offenheit, eine Authentizität, die den wahren Kern dieses Menschen offenbar macht.
Die Klientin, die bei sich gelandet ist, ehrlich, vorurteilsfrei, verwegen, aufrecht, strahlt etwas aus, das bezaubert, fasziniert und bemerkbar macht, wie natürliches Selbstbewusstsein aus sich heraus eine unnachahmliche Präsenz zeigen kann.
Somit kann das Anfangen, auch wenn es anfänglich mühsam ist, nicht nur einen Schritt weiterbringen, sondern auch dir als Frau, mehr Wohlgefühl, mehr Sicherheit, mehr Zärtlichkeit bringen, dass dein Leben weiter, gelingender, erfolgreicher und zufriedener macht.
Spürst du schon den Anfang eines Frühlings in dir, obwohl von der Jahreszeit her der Herbst gerade anklopft? Ist da etwas, was schon lange ansteht und endlich in Angriff genommen werden will?
Alles hat seine Zeit! Doch manche Bäume tragen schon im Winter Knospen und die Bereitschaft sich im Frühling auf das Blühen einzulassen. Spür nach, ob sich da ein Anfang anstellen will. Behalte das im Blick!
Lass die innere Wärme, das Wohlwollen, das frühlingshafte Aufwachen zu einem Hinausstrecken und schließlich zu einem Erblühen werden, behutsam und geborgen im Rhythmus des Lebens. Dein Anfangen! Ganz du!
Herzlichst,

@ Christine Forsthuber

Schreibe einen Kommentar